Mit den Anpassungen im Energiegesetz sind für den Eigenverbrauch das bisherige Praxismodell VNB und neu der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch möglich. In beiden Fällen darf gemäss Energieverordnung der für den Solarstrom verrechnete Preis pro kWh jedoch nicht höher ausfallen als er für das extern bezogene Stromprodukt bezahlt wird. Bei einem Preis von 20 Rp./kWh dürften sich demnach grundsätzlich Anlagen ab einem Eigenverbrauchsanteil von ca. 40% rechnen. Kann der Strom vom freien Markt bezogen werden, muss nochmals genauer kalkuliert werden, um die Anlage rentabel betreiben zu können. Nebst dem zusätzlichen Aufwand der Verrechnung des Haushaltstromes und der Haftung für sämtliche Stromkosten gegenüber dem VNB, trägt der Grundeigentümer auch das finanzielle Risiko der Investition in die Photovoltaikanlage. Dies insbesondere dann, wenn bei bestehenden Mietverhältnissen nicht alle Mieter den selbsterzeugten Strom abnehmen wollen. In diesem Fall – im Gegensatz zur Neuvermietung – steht es den Mietern frei, ob sie die Solarenergie nutzen möchten oder nicht. Eine offene Kommunikation im Vorfeld ist entsprechend wichtig, um alle Mieter von den Vorteilen zu überzeugen. Dieses einfache Vorgehen hat sich unter dem Begriff Praxismodell VNB verbreitet.

Damit aus Miete und Stromverkauf kein unzulässiges Koppelungsgeschäft entsteht, hat der Bundesrat im neuen Artikel 6b der Verordnung über die Miete und Pacht von Wohn- und Geschäftsräumen (VMWG) vorgesehen, dass die Haushaltsstromkosten im ZEV als Nebenkosten abgerechnet werden dürfen. Mit diesem Schritt wird die gesamte Verrechnung der Solarstromkosten jedoch dem Mietrecht unterstellt. Dies wiederum bringt bei der Tarifberechnung eine Begrenzung der möglichen Rendite für die Anlage von einem halben Prozent über dem aktuellen Referenzzinssatz mit sich. Etwas anders sieht es aus, wenn ein Drittanbieter wie ein Contractor die Anlage erstellt und den Strom weiter verkauft. Sie möchten Ihre schweizstrom-Rechnung besser verstehen? Im Auftrag des Bundesamts für Energie hat Swissolar, unter Mitwirkung des HEV Schweiz und des Schweizerischen Mieterverbandes einen Leitfaden zum Eigenverbrauch erstellt. Darin werden mögliche Umsetzungsvarianten eines Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV) für mehrere Grundeigentümer, Stockwerkeigentümer oder Vermieter und Mieter mit entsprechenden Musterverträgen beschrieben. Ein Formular für die Berechnung der Gestehungskosten hilft die Tarife für den Photovoltaikstrom festzusetzen. Entscheidend für die Rentabilität der Photovoltaik-Anlage ist dabei eine gute Übereinstimmung der Grösse der Anlage mit dem individuellen Verbrauchsprofil. Die Broschüre «Solarstrom Eigenverbrauch: Neue Möglichkeiten für Ihr Unternehmen» und der dazugehörige Hintergrundbericht erklären, wie Eigenverbrauch für Unternehmen funktioniert und was bei der Umsetzung speziell zu beachten ist. Anhand von Praxisbeispielen geben Unternehmer einen Einblick in ihre Erfahrungen als Solarstromerzeuger und erklären, wie die Investition in Sonnenenergie für das Unternehmen zum Erfolg wird.

Nicht alle VNBs haben sich diesen neuen Möglichkeiten geöffnet und kooperative Lösungen angeboten. Aus diesem Grund hat der Bund mit der Revision des Energiegesetzes per anfangs 2018 noch einen drauf gesetzt und in Art. 17 den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) eingeführt. Mittels des Zusammenschlusses können sich mehrere Grundeigentümer oder Mieter und Vermieter in einem Mehrfamilienhaus zum Eigenverbrauch zusammenschliessen und bilden neu einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch.